Ratgeber

Ringgrösse heimlich herausfinden: sieben Methoden, die funktionieren

· von Reto Baumann

Sie wollen einen Ring kaufen und die Überraschung nicht verderben? Dann brauchen Sie die Ringgrösse, ohne direkt danach zu fragen. Das ist einfacher, als es klingt. Hier sind sieben Methoden, von sicher bis improvisiert.

Wie wird die Ringgrösse angegeben?

In der Schweiz und in Deutschland gibt man die Ringgrösse meist als Innenumfang in Millimetern an, zum Beispiel 54. Manchmal wird auch der Innendurchmesser verwendet (etwa 17,2 mm). Die Umrechnung ist einfach: Umfang geteilt durch Pi ergibt den Durchmesser.

Durchschnittliche Grössen:

  • Frauen: meist zwischen 50 und 56
  • Männer: meist zwischen 58 und 66

Methode 1: einen getragenen Ring ausleihen

Die sicherste Methode. Leihen Sie einen Ring aus, der am richtigen Finger getragen wird, idealerweise am Ringfinger der Hand, an der der Verlobungsring sitzen soll. Ein Juwelier misst ihn in Sekunden auf dem Ringstock aus. Oft ist der Ring zurück, bevor er vermisst wird.

Methode 2: den Ring abzeichnen

Keine Zeit für den Juwelier? Legen Sie den Ring auf ein Blatt Papier und zeichnen Sie mit einem spitzen Bleistift den Innenkreis nach. Oder drücken Sie ihn kurz in ein Stück Seife oder Knete. Daraus kann ein Fachgeschäft die Grösse bestimmen.

Methode 3: auf den eigenen Finger schieben

Stecken Sie den Ring kurz auf Ihren eigenen Finger und merken Sie sich, wie weit er rutscht. Markieren Sie die Stelle mit einem Stift. Ungenau, aber besser als nichts.

Methode 4: Freunde und Familie einspannen

Eine beste Freundin, die zufällig Ringe anprobieren möchte, oder eine Schwester, die einen Shoppingtag vorschlägt: Verbündete sind Gold wert. Wichtig ist nur, dass sie dichthalten können.

Methode 5: im Schlaf messen

Für Mutige: Wickeln Sie einen dünnen Faden oder einen Papierstreifen um den Finger, während die Person schläft, und markieren Sie den Punkt, an dem er sich überschneidet. Messen Sie die Länge mit einem Lineal. Dieses Mass ist der Umfang. Achtung: Ziehen Sie nicht zu fest, und messen Sie an der dicksten Stelle des Fingers, über dem Knöchel.

Methode 6: einen Vorwand finden

  • ein Gespräch über Ringe in einer Serie oder bei Freunden, die sich gerade verlobt haben;
  • ein Besuch im Warenhaus, wo man «nur aus Spass» Ringe anprobiert;
  • ein Gutschein für einen Silberring, der angeblich für jemand anderen ist.

Methode 7: bewusst etwas grösser wählen

Wenn alles nichts hilft: Wählen Sie lieber etwas zu gross als zu klein. Einen Ring zu verkleinern ist meist problemlos und kostengünstig. Ein Ring mit rundum gefassten Steinen (Memoire-Ring) lässt sich allerdings kaum anpassen. Bei solchen Modellen lohnt sich ein Ring mit schlichter Schiene, der später angepasst werden kann.

Ein paar Faustregeln

  • Finger sind morgens und bei Kälte dünner, abends und bei Wärme dicker. Messen Sie am besten am Abend bei Zimmertemperatur.
  • Die Hand, mit der man schreibt, hat oft leicht dickere Finger.
  • Breite Ringe sitzen enger als schmale. Bei Ringen über 6 mm Breite rechnet man meist eine halbe bis ganze Grösse dazu.

Und wenn es trotzdem nicht passt?

Kein Drama. Fast jeder Juwelier bietet eine Grössenanpassung an. Fragen Sie beim Kauf nach, ob diese inbegriffen ist. Viel wichtiger als die perfekte Passform am ersten Tag ist der Moment, in dem Sie den Ring überreichen.